Aus dem früheren Marketing-Buzzword Crowdfunding, ist ein Begriff herangewachsen – der für jedermann(frau) bekannt ist. Heutzutage startet (fast) jedes Unternehmen oder Verein ein Crowdfunding. Seit unserem erfolgreichen Crowdfunding mit dem SC Kriens (hier erfährst du mehr zum Projekt), häufen sich auch die Anfragen bei uns. Aber ist Crowdfunding wirklich für jedes Unternehmen was?

 

Die Gründe für Crowdfunding

Mit einem Crowdfunding wird Geld gesammelt, meistens für ein spezifisches Ziel – sei es für ein neues Stadion oder für die Entwicklung eines Produktes. Dabei versucht das Unternehmen mit einer emotionalen, authentischen sowie verständlichen Story innert einem Zeitraum (Richtwert: 30-90 Tagen) einen gewissen Betrag zu crowden. Im Gegenzug erhalten die sogenannten „Unterstützer/innen“ eine Gegenleistung. Es gilt folgende Formel: Je höher der gespendete Betrag, je attraktiver die Gegenleistung. Damit ein Crowdfunding-Projekt erfolgreich sein wird, sind diverse Faktoren entscheidend – später mehr dazu. Hier einmal die Gründe, warum man ein Crowdfunding-Projekt durchführen sollte:

  • Geld sammeln – eine mögliche Alternative zu anderen Finanzierungsformen
  • Community miteinbeziehen – aktiviere möglichst viele Personen für das Projekt (Skaleneffekt)
  • Aufmerksamkeit gewinnen – Medien, Influencer sind attraktive Multiplikatoren für dein Projekt

Aber: Jedes Projekt muss eine gewisse Relevanz aufweisen, ansonsten ist das Crowdfunding-Projekt zum Scheitern verurteilt.

 

Ein Muster-Konzept für das Crowdfunding

Es gibt nicht das Muster-Konzept für ein Crowdfunding, weil jedes Projekt für sich verschieden ist – andere Community, andere Ausgangslage, andere Motivation, andere Beträge, usw. Aber jedes Crowdfunding beginnt mit einer detaillierten Konzeption. Die Konzeption ist die Grundlage für die gesamte Crowdfunding-Kampagne. Dank einer detaillierten Projektbeschreibung werden alle relevanten Informationen zusammengetragen und aufeinander abgestimmt. Wir von Jonlinio arbeiten mit folgendem Grundkonzept für ein Crowdfunding:

  1. IST-Situation
  2. Projektdaten (Start, Ende, Organigramm, Budget, etc.)
  3. Projektbeschreibung (Aufhänger, Slogan, Bildwelten, Key Visuals, URL, Köpfe der Kampagne)
  4. Worum geht es in diesem Projekt?
  5. Was sind die Ziele und wer ist die Zielgruppe?
  6. Warum sollte man dieses Projekt unterstützen?
  7. Was passiert mit diesem Geld?
  8. Wer steht hinter diesem Projekt?
  9. Storyboard (Story, Gegenleistung, Plattform, Multiplikatoren
  10. Projektplan – Kampagnenplanung
  11. Reporting (für laufende Optimierungen)

Mit dieser Konzeptstruktur sind die wichtigsten Schritte und Fragen eines Crowdfunding-Projektes berücksichtigt. Es ist essentiell, dass die Projektbeschreibung, das gesamte Storytelling und die weiteren Punkten immer folgende Eigenschaften aufweisen: Kurz, verständlich, emotional, relevant, authentisch! Ein kleiner Geheimtipp: Lass dich von anderen Projekten inspirieren – und picke von überall das für die Beste heraus…

 

Die Erfolgsfaktoren im Crowdfunding

Damit dein Crowdfunding erfolgreich wird sein, können wir dir ein paar Insights von unseren Erfahrungswerten weitergeben.

Launch als kritischer Faktor. Der Start deiner Crowdfunding-Kampagne muss wie das Feuerwerk-Ende sein: Ein Spektakel! Du musst eine gewisse Aufmerksamkeit generieren. Mobilisiere hier deine First-Crowd-Gruppe. Diese Gruppe ist über deine Crowdfunding informiert und sie sind auch die Ersten, die deine Kampagne finanziell supporten. Damit deine Kampagne voll abgeht, solltest du die gesamte Story personifizieren. Wecke Emotionen mit Menschen. Menschen lieben emotionale Geschichten und emotionale Geschichten bleiben den Menschen (Mund-zu-Mund-Marketing).

Fundingschwelle: Ja vs. Nein! Willst du für dein Projekt eine Fundingschwelle setzen? Das heisst, dein Ziel ist eigentlich bei CHF 20’000, aber wenn du auch CHF 10’000 erreichst – ist dein Crowdfunding erfolgreich realisiert. Kleiner Einschub: Hast du CHF 19’000 gesammelt, aber dein Ziel ist bei CHF 20’000 – dann ist dein Crowdfunding gescheitert. Daher wird die Fundingschwelle als Schutz eingesetzt, damit du trotzdem einen gewissen Betrag bekommst. Wir empfehlen keine Fundingschwelle einzusetzen, weil dadurch eine klare Kommunikation bewerkstelligt sowie ein starkes Commitment abgegeben wird. Wichtig ist, dass das gewünschte Ziel inkl. Ziel-Betrag einfach und verständlich kommuniziert werden kann – Fundingschwellen machen die gesamte Kommunikation nur schwerer!

Auswahl der Crowdfunding-Plattform. Die erste Frage stellt sich, ob man das Crowdfunding auf einer internen oder externen Plattform realisieren sollte. Für die Mehrheit (über 95%) der Unternehmen ist es zu empfehlen, auf eine externe Plattform auszuweichen. Die Gründe liegen auf der Hand: Keine Investitionskosten, Bekanntheit der Plattform als Vertrauensverstärker, Plattform hat bereits attraktiven täglichen Traffic, Plattform kann dir beratend zur Seite stehen. Im Gegenzug musst du jedoch einen gewissen Betrag von deiner Crowdfunding-Summe abgeben (zwischen 5-15%). Bei der Auswahl einer geeigneten Plattform solltest du auf die Gebühren, die Bekanntheit, den Traffic sowie die Motivation für dein Projekt seitens Plattform achten.

Kreative Storyboard. Wie bereits erwähnt, ist deine Geschichte um dein Crowdfunding-Projekt ein sehr sehr kritischer Faktor – unserer Meinung nach der wichtigste Faktor! Involviere deine Community aktiv in das Projekt, dass wirkt als Multiplikator. Weiter sollten die Gegenleistungen einen attraktiven Mehrwert darstellen. Je attraktiver deine Gegenleistungen sind, desto mehr Unterstützter/innen wirst du gewinnen. Diese Gegenleistungen müssen ebenfalls in die Geschichte eingebaut werden. Auch wäre es vom Vorteil, wenn du Partner oder Sponsoren auch aktivieren kannst für dein Crowdfunding – dadurch kannst du von dessen Leistungen ebenfalls profitieren (Bekanntheit, Vertrauen, Gegenleistungen, etc.).

Change Management. Je mehr Personen in ein Crowdfunding involviert sind, desto unterschiedlichere Meinungen wird es geben. Die Meinungsvielfalt (bzw. Ideenvielfalt) ist sehr willkommen – jedoch kann es auch in einem gewissen Stadium eine negative Wirkung ausüben. Folglich muss es eine klare Projektorganisation inkl. kurzen Entscheidungswegen geben. Ein Crowdfunding wird nur dann erfolgreich, wenn man mutig, kreativ und risikoaffin ist. Daher sollte im Crowdfunding auch der Aspekt vom Change Management berücksichtigt werden.

 

Die Key Learnings für ein Crowdfunding-Projekt

  • Crowdfunding-Projekt: kurz, emotional, verständlich
  • Fokus auf Launch-Termin legen (First-Crwod-Gruppe)
  • Multiplikatoren miteinbeziehen (Medien, Influencer)
  • Personifizierte Story: authentisch, interaktiv, einfach
  • Attraktive Gegenleistungen mit Mehrwert
  • Kampagne laufend optimieren mit Aktualitäten
  • Kritische Erfolgsfaktoren: mutig, kreativ, professionell (FUN)